Trump stellt baldiges Treffen mit Putin und Selenskyj in Aussicht

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Donald Trump erwartet von einem Treffen mit den Präsidenten Russlands und der Ukraine Fortschritte auf dem Weg zu einem Kriegsende. Während für November neue Verhandlungen vorbereitet werden, melden beide Kriegsparteien bislang keine Verstöße gegen die örtliche Waffenruhe bei Oleschky. Dort sollen…

Neue Gespräche im November geplant

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch vor Journalisten ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angekündigt. "Es wird sehr bald ein Treffen geben", sagte er. Zur Aussicht auf ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieges erklärte Trump: "Ich glaube, dass dabei große Fortschritte erzielt werden könnten."

Für die erste Novemberhälfte hatte der Kreml bereits Gespräche russischer und ukrainischer Unterhändler in Abu Dhabi angekündigt, bei denen die USA vermitteln sollen. Selenskyj bestätigte diese Planung am Freitag auf X und rief dazu auf, gemeinsam mit den USA, Europa und weiteren Partnern auf das Zustandekommen der Treffen hinzuarbeiten. Die letzte Verhandlungsrunde der drei Seiten im Februar hatte keine Fortschritte gebracht.

Zu den Vorbereitungen äußerte sich auch Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow. Am 26. Oktober 2026 erklärte er, Russland sei nach dem 4. November zu erneuten Verhandlungen mit den USA und der Ukraine über ein mögliches Kriegsende bereit. Er dämpfte jedoch die Erwartungen: Zunächst seien vorläufige Beratungen auf Expertenebene vorgesehen. Neben Abu Dhabi nannte er weitere mögliche Tagungsorte im Nahen Osten und in Europa.

WELT-Chefreporterin Tatjana Ohm bewertete Trumps Ankündigung mit Blick auf die bevorstehenden US-Zwischenwahlen: "Jede Äußerung, die er vor den Midterms tut, ist für das Publikum im Inneren der USA gedacht."

Kiew nennt Grenzen, Moskau will Angriffe fortsetzen

Selenskyj betonte am 26. Oktober im ukrainischen Fernsehen, dass die höchsten politischen Entscheidungsträger zentrale Streitpunkte klären müssten. Dazu zählten die ukrainischen Gebiete, die Russland beansprucht. Westliche Sicherheitsgarantien, die Größe der ukrainischen Armee und die freie Wahl von Bündnissen seien für ihn nicht verhandelbar.

Bundeskanzler Friedrich Merz wandte sich am 27. Oktober in Singapur gegen Entscheidungen über die Ukraine ohne deren Beteiligung. An die USA, Russland und China gerichtet sagte er: "Sie mögen zwar miteinander sprechen und verhandeln, aber ohne die Ukraine werden sie niemals Lösungen finden können." Bei Sicherheitsgarantien für die Zeit nach einem Waffenstillstand oder Kriegsende seien zudem die Europäer beteiligt.

Russland verbindet die Aussicht auf neue Gespräche unterdessen nicht mit einem Stopp seiner Angriffe. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte am 26. Oktober, die Wiederaufnahme der Verhandlungen bedeute "keine Einschränkungen für die Kampfhandlungen". Nach Angaben der tagesschau griff Russland Kiew auch während der lokalen Feuerpause bei Oleschky weiter an.

Örtliche Feuerpause für Hilfskonvois ausgeweitet

Aus Oleschky meldeten dagegen beide Seiten zunächst die Einhaltung der Waffenruhe. Nach Auskunft des ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez waren bis zum Einbruch der Dunkelheit am Dienstag keine Verstöße registriert worden. Peskow hatte sich zuvor entsprechend geäußert. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha verband damit die Hoffnung auf weitere Verhandlungsschritte: "Wenn wir in Oleschky Ergebnisse sehen, kann dies den Weg für weitere Schritte im Friedensprozess ebnen."

Oleschky befindet sich am russisch besetzten Ufer des Dnipro, gegenüber der ukrainisch kontrollierten Stadt Cherson. Nach Angaben des ukrainischen Abgeordneten Dawyd Arachamia soll die Feuerpause bis Sonntag um 22.59 Uhr Ortszeit gelten. Die Unterhändler sehen zunächst die Ankunft von Ärzten sowie Lieferungen von Medikamenten, Lebensmitteln und Wasser vor. Danach sollen Korridore zur Evakuierung geöffnet werden.

Melania Trump teilte am Dienstag auf X mit, die Feuerpause habe zwei Tage vor dem vorgesehenen Beginn eingesetzt. Außerdem sei ihr Geltungsbereich über Oleschky hinaus auf die Region Cherson erweitert worden, damit humanitäre Konvois sicher passieren könnten. Das Weiße Haus hatte in der Vorwoche erklärt, die First Lady habe die Gespräche angeregt und anschließend zusammen mit einem US-Vertreter die Bedingungen direkt mit der russischen und der ukrainischen Führung ausgehandelt.

Bereits vor der von den USA vermittelten Waffenruhe hatte sich nach Angaben von Vatican News Papst Leo XIV. für eine Feuerpause eingesetzt. Bei einem Telefonat am 16. Oktober 2026 bat er Putin, Hilfslieferungen und die Evakuierung der Bevölkerung zu ermöglichen. Der Papst befand sich dabei noch in der römischen Gemelli-Klinik, wo ihm am 13. Oktober ein Lungentumor entfernt worden war. Am 19. Oktober sprach er auch mit Selenskyj über die Lage.

Minen erschweren Versorgung und Evakuierung

In der schwer beschädigten Stadt, die ursprünglich rund 24.000 Einwohner hatte, lebten Schätzungen zufolge vor der Waffenruhe noch 1.500 bis 2.000 Menschen. Die Vereinten Nationen gingen zum Zeitpunkt der Feuerpause von bis zu 1.700 verbliebenen Menschen aus, darunter 47 Kinder. Es mangelte an Lebensmitteln, Trinkwasser und Strom.

Weil Oleschky vollständig vermint war, brachte die Ukraine zeitweise Hilfsgüter mit Drohnen in die Stadt. Viele dieser Fluggeräte wurden laut tagesschau von russischen Truppen abgeschossen.

Auch bei einer eingehaltenen Feuerpause bleiben die Minen ein Hindernis. Darauf verwies der frühere NATO-General Erhard Bühler am 27. Oktober. Die Überschwemmungen nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms hätten zahlreiche Minen verlagert; nicht alle ließen sich wiederfinden. Menschen könnten deshalb nur über geräumte Straßen evakuiert werden. Bühler rechnete damit, dass dies mehrere Tage dauern dürfte, und bestätigte zugleich, dass die örtliche Waffenruhe bislang halte.

Einwohner fürchten Kontrollen bei der Ausreise

Zu den Gefahren durch Minen kommt bei manchen Bewohnern die Sorge, wegen ihrer pro-ukrainischen Haltung bei einer Evakuierung ausgesondert zu werden. Das berichtete die freiwillige Helferin Xenija Archipowa der Nachrichtenagentur AP am Telefon. Sie war 2022 selbst aus Oleschky geflohen und unterstützt inzwischen andere Menschen dabei, die Stadt zu verlassen.

"Die Leute sagen, dass sie wirklich Angst haben, dass die Russen ihre Telefone kontrollieren und nach Hinweisen auf ukrainische Angehörige oder Verbindungen zu den Streitkräften der Ukraine suchen – etwas, das sie in anderen besetzten Gebieten wiederholt getan haben", sagte Archipowa.

Julija Orlowa aus Cherson hoffte dagegen, während der Feuerpause zu ihrer Mutter fahren zu können. Deren Wohnbezirk am Dnipro liege normalerweise so stark unter Beschuss, dass ein Besuch nicht möglich sei. Als sie auf den Bus wartete, sagte Orlowa der AP: "Heute scheint es ruhig zu sein".

#Ukraine-Krieg#Wladimir Putin#Wolodymyr Selenskyj#Russland#Donald Trump
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