Trump gewährt Zollausnahmen für kanadische Waren kurz vor der Kongresswahl

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Die USA nehmen bestimmte kanadische Produkte von ihren Zöllen aus. Senatorin Susan Collins reklamiert die Entlastungen für Landwirtschaftsbetriebe in Maine als Erfolg. Zugleich berichten Medien über geplante neue Abgaben auf rund 100 weitere Produkte; ob diese tatsächlich hinzukommen, bleibt zunäch…

Entlastungen für Betriebe in Maine

Die vom Weißen Haus am 23. Oktober 2026 angekündigten Zolländerungen treten am 30. Oktober in Kraft. Damit liegen nach Angaben von CNBC nur vier Tage zwischen dem Inkrafttreten und der US-Kongresswahl am 3. November.

Collins zufolge betreffen die Ausnahmen Waren, die unter anderem Blaubeer-, Kartoffel-, Apfel- und Algenproduzenten in Maine benötigen. Die republikanische Senatorin verwies auf die Abhängigkeit vieler Betriebe von kanadischen Lieferungen: "Für viele Betriebe in Maine sind importierte Produkte aus Kanada unerlässlich". Wildheidelbeerzüchter etwa benötigten spezielle Ernteboxen aus dem Nachbarland.

Die Ausnahmen gelten damit nicht pauschal für die genannten Agrarerzeugnisse, sondern für Produkte, auf die deren Erzeuger angewiesen sind. In den grenznahen US-Bundesstaaten trifft der Handelsstreit auf besonders enge wirtschaftliche Verbindungen mit Kanada.

Berichte über neue Zölle neben den Ausnahmen

Ob die Regierung parallel erneut Waren mit zusätzlichen Abgaben belegen will, bleibt zunächst unklar. Der Toronto Star berichtet allerdings von Plänen für 50-Prozent-Zölle auf rund 100 weitere kanadische Produkte. Genannt werden Kakaopulver, Farben und Lacke, Seife und Shampoo, mehrere Arten von Bodenbelägen, Teppiche, Kanus, Bootsteile, Gefriertruhen, Bogensportartikel und Holzsärge.

CNBC zufolge veröffentlichte das Weiße Haus neue Zölle weniger als eine Stunde, nachdem Collins die Ausnahmen öffentlich als Erfolg dargestellt hatte. In ihrer eigenen Ankündigung habe die Senatorin die zusätzlichen Abgaben nicht erwähnt.

Als Rechtsgrundlage dient laut CNBC eine Proklamation nach Section 338 des Tariff Act von 1930, einem 96 Jahre alten Handelsgesetz. Die darauf beruhenden Zölle gelten auch für Waren, die unter das USMCA-Abkommen fallen, und werden zusätzlich zu Zöllen nach Section 232 erhoben.

Schon im September hatte die Trump-Regierung ein ähnliches Vorgehen gewählt: Sie strich Zölle auf kanadisches Streusalz und Zement, belastete dafür aber andere Waren neu.

Zollpolitik wird zum Wahlkampfthema

Collins hatte Trumps Kanada-Zölle ausdrücklich abgelehnt. Bei ihrer Wiederwahl in Maine steht sie dem Demokraten Troy Jackson gegenüber. Dieser warf ihr vor, die Verantwortlichen für die Handelspolitik zunächst unterstützt zu haben und sich nun für begrenzte Abhilfe feiern zu lassen: "Susan Collins hat dieses Chaos ermöglicht, hat die Leute dahinter bestätigt und will jetzt Anerkennung dafür, dass sie einen Becher Wasser bringt, um das Feuer zu löschen."

Auch in Michigan geht ein republikanischer Senatskandidat auf Distanz zu Trump. Mike Rogers verlangt ein Ende des Handelskonflikts mit Kanada. In seinem Rennen gegen den Demokraten Abdul El-Sayed wird ein knapper Ausgang erwartet.

CNBC korrigierte zudem eine Aussage von Collins über Kanadas Bedeutung für den US-Handel. Die Senatorin hatte das Land als "unseren größten Handelspartner" bezeichnet. Nach Angaben des US Census Bureau nimmt jedoch Mexiko diesen Platz ein.

Kanada prüft die Folgen

Die kanadische Regierung reagierte zunächst zurückhaltend. Eine Sprecherin des für den Handel mit den USA zuständigen Ministers Dominic LeBlanc erklärte, man nehme die Änderungen vom 23. Oktober "zur Kenntnis" und untersuche ihre Auswirkungen.

Der Konflikt begleitet die wirtschaftlich eng verflochtenen Nachbarn seit Trumps Amtsantritt vor rund eineinhalb Jahren. Nach Darstellung des Toronto Star folgten die 50-Prozent-Zölle im Sommer 2026 auf Kanadas Ausstieg aus nahezu abgeschlossenen Handelsgesprächen und kanadische Vergeltungszölle auf US-Exporte im Wert von rund 20 Milliarden Dollar. Kanada reagierte zudem mit Abgaben von bis zu 50 Prozent auf US-Importe. Trump untersagte seinerseits die Einfuhr kanadischer Alkohol- und Milchprodukte.

Die wirtschaftlichen Belastungen treffen beide Länder. Kanada spürt sie jedoch besonders stark, weil seine Volkswirtschaft deutlich kleiner und in hohem Maße vom Handel mit den USA abhängig ist. Die Verhandlungen über eine Beilegung des Streits lagen zuletzt auf Eis.

Premierminister Mark Carney signalisierte am 23. Oktober, Kanada könne mit einem umfassenden Handelsabkommen notfalls bis nach Trumps Amtszeit 2029 warten: "Wir könnten es heute Nachmittag unterzeichnen, wenn die USA so weit wären. Wenn es Monate dauern muss oder länger, oder eine andere Regierung, dann machen wir das."

#Handelskonflikt#USA#Donald Trump
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