Musk erwartet ein Ende der Bedeutung von Geld und rät vom Rentensparen ab

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KI und Roboter könnten nach Ansicht von Elon Musk so viel Wohlstand schaffen, dass Menschen nicht mehr für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. Seine Empfehlung, nicht mehr für den Ruhestand zu sparen, beruht auf dieser Prognose. Unternehmer Michael Saylor hält dagegen: Auch bei einer gesicherten…

Überfluss durch KI und Roboter

Der Tesla- und SpaceX-Chef hat seine Vorstellung einer Wirtschaft ohne bedeutende Rolle für Geld im Podcast "The Builders" erläutert. Sein Biograf Walter Isaacson führte das Gespräch, das Anfang August aufgezeichnet und am Dienstag veröffentlicht wurde. Musk erwartet, dass Fortschritte bei Robotik und Raumfahrt herkömmliche Währungen überflüssig machen könnten. "Geld wird irrelevant werden", sagte er. Stattdessen würden physikalische Größen wie Masse, Leistung und Energie stärker bestimmen, welchen Wert Dinge haben.

Dahinter steht Musks Annahme, dass KI und Roboter die Produktion stark ausweiten und Waren wie Dienstleistungen immer günstiger und leichter verfügbar machen könnten. Allein digitale Superintelligenz könne die globale Wirtschaftsleistung seiner Einschätzung nach um 20 bis 30 Prozent erhöhen. Er bezifferte den möglichen Zuwachs auf rund 30 Billionen US-Dollar pro Jahr.

Einen Zeitrahmen hatte Musk bereits im Juli 2026 genannt: Laut Yahoo Finance sagte er in einem Interview mit "The Economist", Geld werde bis 2036 keine Rolle mehr spielen. Im Gespräch mit der China Media Group stellte er zudem ein durch Superintelligenz und Roboter ermöglichtes, praktisch allen zugängliches hohes Einkommen in Aussicht. Diese Vorstellung geht über ein bedingungsloses Grundeinkommen hinaus.

Was Musk daraus für Arbeit und Altersvorsorge ableitet

Schon Anfang des Jahres hatte Musk davon abgeraten, für einen Ruhestand in zehn oder 20 Jahren zu sparen. Er rechnet mit einem Überfluss, der es Menschen ermöglichen soll, alles zu bekommen, was sie wollen. Im Gespräch mit Isaacson beschrieb er auch, warum Erwerbsarbeit aus seiner Sicht ihre heutige Funktion verlieren könnte: "Es wird nichts mehr geben, was Menschen machen können, was KI und Roboter nicht besser können".

Womit Menschen dann ihre Zeit verbringen würden, konnte Musk nicht eindeutig beantworten. Er vermutete, dass sie etwa im Obst- und Gemüseanbau oder in künstlerischen Tätigkeiten Erfüllung finden könnten. Als Vergleich verwies er auf Menschen im Ruhestand, die auch ohne Erwerbsarbeit glücklich zu sein schienen.

Die gegenwärtige finanzielle Lage vieler US-Haushalte sieht anders aus. Anhaltende Inflation über Jahre hinweg, hohe Zinsen und nur schwach steigende Löhne haben ihre Budgets belastet. Ein Studium, gute Gesundheitsversorgung, ein eigenes Haus oder die Gründung einer Familie sind dadurch für Millionen Amerikaner schwerer erreichbar geworden. Umfragen zufolge legt die Mehrheit auch für das Alter deutlich weniger zurück, als nötig wäre.

Wer Musks Rat folgt, ist deshalb darauf angewiesen, dass seine Prognose eintritt. Bleibt die erwartete Entwicklung aus, könnten im Ruhestand ausreichende Rücklagen fehlen. Wie schnell KI und Robotik die Wirtschaft verändern und ob Geld dabei tatsächlich seine heutige Bedeutung verliert, ist offen.

Staatsverschuldung und Rückblick auf DOGE

Musk sieht KI und Roboter auch als Antwort auf die US-Staatsverschuldung. Nach Angaben von Business Insider erklärte er in "The Builders", nur mit diesen Technologien lasse sich das Schuldenproblem lösen; durch Einsparungen allein sei dies unmöglich. Laut Treasury-Daten erreichten die Staatsschulden der USA im August 2026 einen Rekordstand von 40 Billionen US-Dollar.

Im selben Interview blickte Musk selbstkritisch auf seinen Einsatz im Weißen Haus zurück. Von Januar bis Mai 2025 hatte er rund 130 Tage als sogenannter Special Government Employee faktisch das Büro DOGE geleitet. Er räumte ein, sich dabei zu sehr hinreißen gelassen zu haben. Seiner rückblickenden Einschätzung nach hätte er im Hintergrund bleiben und den Einsatz auf ein bis zwei Monate begrenzen sollen.

Saylor erwartet weiter Nachfrage nach Luxus

Michael Saylor bestreitet nicht, dass KI die Versorgung mit grundlegenden Gütern und Dienstleistungen erheblich verbilligen könnte. Für den Gründer des Softwareunternehmens Strategy folgt daraus aber nicht, dass das Streben nach Reichtum endet. Im Podcast "The Diary of a CEO" erläuterte er Moderator Steven Bartlett seine Einwände. Das Interview erschien in der vergangenen Woche.

"Nicht jeder bekommt ein Haus in den Hamptons. Nicht jeder bekommt seinen eigenen Privatjet. Sie bekommen nicht alle ihre eigene Privatyacht", sagte Saylor. Auch eine für alle verfügbare Wohnung oder Gesundheitsversorgung werde den Wunsch nach exklusiveren Angeboten nicht beseitigen. Er formulierte es so: "Wenn ich dir eine allgemeine Gesundheitsversorgung gebe, wollen die Menschen eine private Gesundheitsversorgung. Wenn ich jedem ein Haus gebe, wird jemand ein doppelt so großes Haus wollen". Saylor bezeichnete dies selbst als zynische Sicht: Menschen suchten stets nach etwas Besserem, auch um ihren gesellschaftlichen Status auszudrücken.

Als Beleg führte er den historischen Wandel des Lebensstandards an. Moderne Medizin, sauberes Wasser und eine bessere Lebensmittelsicherheit seien heute in weiten Teilen der entwickelten Welt alltäglich, während selbst frühere Monarchen darauf verzichten mussten. Der englische König Heinrich VII. habe weder moderne Zahnkronen noch Röntgentechnik zur Verfügung gehabt. Technischer Fortschritt habe die Versorgung verbessert, die Kindersterblichkeit verringert und das Leben sicherer gemacht. Nach Saylors Auffassung verschwindet Luxus dadurch nicht: Es verändert sich vielmehr, welche Güter als exklusiv gelten.

Strategy hat Bitcoin zu einem zentralen Teil seines Geschäftsmodells gemacht. Laut Yahoo Finance besaß das Unternehmen zum Berichtszeitpunkt 847.666 Bitcoin im Wert von etwa 71 Milliarden US-Dollar. Im Juli 2026 hatte es 3.588 Bitcoin verkauft, um Zahlungen an Investoren zu finanzieren. Im September nahm Strategy die Käufe wieder auf.

Weitere Stimmen zu Zeitplan und Verteilung

Der Wagniskapitalgeber Vinod Khosla knüpft Musks Zeitplan an eine politische Voraussetzung. Geld könne bis 2036 nur dann bedeutungslos werden, wenn Regierungen zuließen, dass der erwartete Überfluss die Menschen tatsächlich erreiche, berichtete Yahoo Finance.

Google-DeepMind-Mitbegründer Demis Hassabis teilt dagegen die Erwartung einer durch KI ermöglichten Ära des Überflusses. Nach Angaben von Fortune rechnet er in zehn bis 15 Jahren mit einer neuen Blütezeit wissenschaftlicher Entdeckungen. Diese beschrieb er als eine Art Renaissance mit Durchbrüchen in Medizin und Energie.

Musks Pläne für sein eigenes Vermögen

Auch für seinen eigenen Reichtum erwartet Musk langfristig einen Bedeutungsverlust. Im Gespräch mit Isaacson sagte er, sein Vermögen werde "ziemlich stark besteuert werden" und über die Generationen schrumpfen. Einen besonderen Weg zur Steuervermeidung kenne er nicht. Nach einigen Generationen könnten seine Nachkommen nur noch einen kleinen Teil des heutigen Vermögens besitzen, sofern Geld dann überhaupt noch wichtig sei.

Laut TeslaNorth erklärte Musk im Interview außerdem, sein Vermögen bestehe im Wesentlichen aus Beteiligungen an SpaceX und Tesla. Diese halte er vor allem, um die Kontrolle über die Unternehmen zu behalten. Nach seinem Tod solle der größte Teil in eine Stiftung fließen. Sie solle seine Ziele weiterverfolgen: menschliches Leben auf mehreren Planeten zu ermöglichen, das Bewusstsein zu den Sternen zu tragen und die nachhaltige Energieversorgung auf der Erde zu verbessern.

#Rente#Künstliche Intelligenz#USA
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