Blue Cap hält nach Ergebnisrückgang an Prognose für 2026 fest

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Trotz rückläufiger Halbjahreszahlen bestätigt der Vorstand von Blue Cap den Ausblick für 2026: Für die fortgeführten Geschäftsbereiche rechnet er weiterhin mit 170 bis 190 Mio. Euro Konzernumsatz und einer bereinigten EBITDA-Marge von 7,5 bis 8,5 Prozent. Die im Juni übernommene Janoschka ist in de…

Sondereffekt belastet das Halbjahresergebnis

Blue Cap setzte in den ersten sechs Monaten 2026 insgesamt 62,9 Mio. Euro um. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es 64,4 Mio. Euro gewesen. Beim bereinigten EBITDA standen 2,2 Mio. Euro nach zuvor 2,8 Mio. Euro zu Buche; die entsprechende Marge verringerte sich von 4,2 auf 3,5 Prozent.

Das Ergebnis wurde durch einen Sondereffekt von rund 1 Mio. Euro belastet, der wirtschaftlich noch dem Jahr 2025 zuzurechnen ist. Die Halbjahreskennzahlen beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche mit dem Portfoliostand vom 31. Dezember 2025.

Janoschka übernommen, angehobener Ausblick bestätigt

Mit dem Abschluss der Übernahme am 18. Juni 2026 wurde Blue Cap alleinige Eigentümerin der Janoschka AG. Über diese hält die Beteiligungsgesellschaft mittelbar auch sämtliche Anteile an deren Tochtergesellschaften. Janoschka gehört zum Segment Industrials und wird vollkonsolidiert.

Das 1976 gegründete Unternehmen aus Kippenheim in Baden-Württemberg bietet weltweit integrierte Prepress-Lösungen und Druckwerkzeuge für die Verpackungsindustrie an. Rund 1.500 Beschäftigte arbeiten an Produktionsstandorten in zwölf Ländern. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete Janoschka rund 90 Mio. Euro Umsatz.

Für die Zeit ab dem Abschluss im Juni nennt Blue Cap separat Zahlen auf HGB-Basis: Janoschka erzielte 7,9 Mio. Euro Umsatz und 0,5 Mio. Euro bereinigtes EBITDA bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 6,6 Prozent. Diese lediglich zur Information ausgewiesenen Werte sind noch nicht Teil der Konzernkennzahlen für das erste Halbjahr.

Im Zuge der Transaktion hatte der Vorstand die Jahresprognose angehoben und am 7. Mai 2026 veröffentlicht. Beim Abschluss der Übernahme am 18. Juni bestätigte er diesen Ausblick. Auch mit dem Halbjahresbericht bleiben die Umsatz- und Margenziele unverändert.

Industrials wächst beim Umsatz, verliert aber Ergebnis

Industrials erzielte im ersten Halbjahr 38,1 Mio. Euro Umsatz und damit 7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA entwickelte sich gegenläufig: Es fiel um 48 Prozent auf 1,8 Mio. Euro.

Bei der H+E Group übertrafen die Teileumsätze nach Angaben von Blue Cap die Erwartungen. Allerdings machten die deutlich höheren Preise für Kunststoffgranulate den positiven Umsatzeffekt mehr als zunichte. An dem Kunststoffteilehersteller hält Blue Cap 71 Prozent; dessen Umsatz lag 2025 bei 42,7 Mio. Euro.

Der Klebstoffanbieter Planatol blieb unter den Erwartungen. Er gehört Blue Cap vollständig und hatte 2025 einen Umsatz von 31,7 Mio. Euro erzielt. Mit Janoschka zählt nun auch der neu erworbene Prepress-Anbieter zum Segment.

Business Services schwächer, Inheco über den Erwartungen

Im Segment Business Services gingen sowohl Umsatz als auch Ergebnis zurück. Der Umsatz betrug 24,8 Mio. Euro, ein Minus von 14 Prozent. Das bereinigte EBITDA verringerte sich um 24 Prozent auf 1,1 Mio. Euro.

Der Elektronikkomponentenanbieter HY-LINE lag laut Blue Cap im ersten Halbjahr leicht unter den Erwartungen; der Auftragseingang stützt jedoch den Ausblick. Blue Cap besitzt 97,7 Prozent des Unternehmens, das 2025 einen Umsatz von 39,7 Mio. Euro erwirtschaftete.

Beim Übersetzungsanbieter Transline sank der Umsatz erneut, während die Margen stabil blieben. Die Schließung der französischen Tochtergesellschaft soll die Kostenstruktur verbessern. Die Beteiligungsquote von Blue Cap beträgt 95 Prozent; Transline setzte 2025 insgesamt 15,1 Mio. Euro um.

Deutlich besser als erwartet entwickelten sich dagegen Umsatz und Ergebnis von Inheco. An dem Unternehmen für Laborautomation ist Blue Cap mit 42 Prozent beteiligt. Inheco hatte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 22,2 Mio. Euro erzielt.

Netto-Cash-Position und Dividende von 1,60 Euro

Zum 30. Juni 2026 wies Blue Cap eine Eigenkapitalquote von 55,0 Prozent aus. Einschließlich der Leasingverbindlichkeiten lag der Nettoverschuldungsgrad unter null. Damit verfügte das Unternehmen über eine Netto-Cash-Position und blieb deutlich unter seinem Zielwert von weniger als 3,5 Jahren.

Beim indikativen Nettovermögenswert der Gruppe, dem Gruppen-NAV, ergab sich gegenüber Ende 2025 ein Rückgang von 125,3 auf 118,7 Mio. Euro. Je Aktie entsprach der NAV rund 26 Euro. Anders entwickelte sich der NAV der Segmente: Er nahm um 12,0 Mio. Euro auf 47,6 Mio. Euro zu.

Die ordentliche Hauptversammlung beschloss am 23. Juni 2026 mit 1,60 Euro je Aktie eine Rekorddividende. Die Ausschüttung beteiligte die Aktionärinnen und Aktionäre an der Wertrealisierung aus dem Verkauf von con-pearl.

Fünf Mehrheitsbeteiligungen und eine Minderheitsbeteiligung

Nach der Janoschka-Übernahme bestand das Portfolio zum 30. Juni 2026 aus fünf Mehrheitsbeteiligungen in den Segmenten Industrials und Business Services sowie der Minderheitsbeteiligung an Inheco.

Blue Cap wurde 2006 gegründet und ist eine kapitalmarktnotierte Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in München. Nach dem Modell "Buy – Transform – Sell" investiert sie in mittelständische B2B-Nischenunternehmen, deren Ergebnis sich verbessern lässt. Als optimale Haltedauer nennt das Unternehmen drei bis sieben Jahre.

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