Lufthansa und Fraport erproben Gate ohne Tresen in Frankfurt

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Am Gate A16 im Frankfurter Terminal 1 betreut das Boarding-Personal die Reisenden nicht mehr von einem festen Tresen aus. Mit Tablets, großen Anzeigen und einer neuen Raumgestaltung testen Lufthansa und Fraport, ob sich das Einsteigen schneller und bequemer organisieren lässt. Belastbare Ergebnisse…

Mobile Betreuung im neu gestalteten Wartebereich

Das "Gate of the Future" wurde am 27. Oktober 2026 offiziell eröffnet. Lufthansa, der Flughafen Frankfurt und ihr Gemeinschaftsunternehmen Fra Alliance investieren nach eigenen Angaben rund eine Million Euro in das Projekt.

Wo zuvor der Schalter stand, ist nun der Weg zum Flugzeug frei. Zur neuen Einrichtung gehören loungeartige Möbel und flexibel nutzbare Arbeitsbereiche. Die Beschäftigten bewegen sich im Gate-Bereich und sprechen Passagiere direkt an, statt sie hinter stationären Bildschirmen zu empfangen.

Für ihre Arbeit nutzen die Mitarbeitenden Tablets. Nach Angaben von Lufthansa und Fraport bündelt die darauf installierte neue Software Funktionen, die zuvor auf bis zu acht Systeme verteilt waren. Reisende können zudem über QR-Codes am Gate digitale Selbstbedienungsangebote aufrufen, darunter die Lufthansa-App.

Große Anzeigen und Sensoren für die Boarding-Steuerung

Aktuelle Abfluginformationen erscheinen auf zwei Wandbildschirmen mit Abmessungen von 6,6 x 3,3 Metern und 6 x 3 Metern. Ergänzt werden sie durch drei rundum ablesbare 360-Grad-Displays nach dem Prinzip digitaler Litfaßsäulen. Die Anzeigen informieren über Abflugzeit, Boarding-Status und Handgepäck; auch die jeweils aufgerufenen Boarding-Gruppen werden dargestellt.

Zusätzlich erfassen Sensoren anonymisiert, wie sich die Menschen im Gate-Bereich bewegen. Diese Daten sollen den Beschäftigten zusammen mit der neuen Software helfen, das Einsteigen nach Boarding-Gruppen besser zu steuern und zu beschleunigen.

Auswertung nach dem ersten Quartal 2027

Ob das Konzept die Abläufe tatsächlich verbessert, lässt sich bislang nicht belastbar beurteilen. Ein Fraport-Sprecher erklärte, dafür sei es noch zu früh. Lufthansa und Fraport sammeln während des Tests Erfahrungen aus dem Betrieb sowie Rückmeldungen von Passagieren. Konkrete Kennzahlen zur Boarding-Effizienz oder zur Produktivität der Beschäftigten wurden nicht veröffentlicht.

Der Versuch am Gate A16 dauert bis zum Ende des ersten Quartals 2027. Anschließend wollen die Partner die Ergebnisse auswerten und festlegen, welche Bestandteile sich für eine breiter einsetzbare Gate-Generation eignen.

Eine Umgestaltung weiterer Gates kann Lufthansa als Mieterin an Flughäfen nicht allein beschließen. Die Fluggesellschaft erklärt: "Die Erfahrungen dienen als wichtige Entscheidungsgrundlage, welche Elemente des neuen Angebots auch in anderen Bereichen und Gates angewendet werden können."

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