Nach FKG-Übernahme: Dutzende HILS-Beschäftigte warten auf Gehalt

lake-eba76ee0-4ebf-4fdd-9eaa-eca815706cbb-0.webp

Nach der Übernahme der Hörmann Intralogistics Services GmbH (HILS) Anfang 2026 haben Dutzende Beschäftigte monatelang verspätet oder gar keinen Lohn erhalten. Das berichtet die Volksstimme. Die am Verkauf beteiligten Unternehmen äußern sich dazu nicht.

Lohnrückstände und Dutzende Klagen

Die HILS hatte zum Zeitpunkt der Übernahme rund 75 Mitarbeiter. Hinter dem Kauf steht Margarita Österberg, die in Schönebeck unter anderem GMC Europe und die FKG Maschinen- & Anlagentechnik GmbH führt.

Bereits in einem am 29. Oktober 2026 aktualisierten Bericht hatte die Volksstimme über Dutzende Klagen wegen ausbleibender Lohnzahlungen bei der Schönebecker GMC-Gruppe berichtet. Die neu hinzugekommenen HILS-Beschäftigten warteten demnach teilweise seit mehreren Monaten auf ihr Geld.

Geschäftsbetrieb zum 1. Januar übertragen

Die Einzelheiten des Verkaufs hatte die HÖRMANN Gruppe am 22. Januar 2026 mitgeteilt: Käuferin des HILS-Geschäftsbetriebs war die FK Galvanotechnik GmbH (FKG). Die Übertragung galt rückwirkend zum 1. Januar 2026 und erfolgte als Asset Deal. Dabei wurden einzelne Wirtschaftsgüter übertragen, darunter Anlagen, Maschinen und Vorräte.

Als Grund für den Verkauf nannte die HÖRMANN Gruppe erfolglose Sanierungsversuche über mehrere Jahre. Trotz dieser Restrukturierung sei die HILS nicht wieder profitabel geworden. Die Trennung entspreche der "Strategie 2030", mit der sich die Gruppe auf ihre Kernkompetenzen konzentriere.

Begleitet wurde der Verkauf von der M&A-Beratung Falkensteg. Laut deren Mitteilung vom 10. März 2026 lagen zwischen dem Start des Transaktionsprozesses und seinem Abschluss lediglich acht Wochen.

Industrieservice und Ausbaupläne der Käuferin

Die HILS arbeitete nach Angaben der HÖRMANN Gruppe seit vielen Jahren vor allem als Industriedienstleister für die Automobil-, Maschinenbau- und Stahlindustrie. Falkensteg beschrieb sie als etablierten Servicepartner dieser Branchen. Zu ihren Leistungen gehörten die Planung automatisierter Fertigungs- und Produktionsanlagen, deren Inbetriebnahme sowie die Modernisierung bestehender Anlagen, der sogenannte Retrofit. Hinzu kamen Instandhaltung, Betreuung über den gesamten Lebenszyklus und wiederkehrende Prüfungen.

Die FKG wollte mit dem Zukauf ihre Präsenz in Deutschland und der DACH-Region erweitern. Nach Angaben der HÖRMANN Gruppe betreut sie Kunden in 47 Ländern. Neben Industrieservice bietet sie vollautomatisierte, robotikgestützte Anlagen an, die der Aufbereitung von Abwasser, der Behandlung von Oberflächen und der Reinigung von Abluft dienen.

← Zurück zu Unternehmen

Weitere Meldungen