Analyst sieht beruhigenden Ausblick
In seiner ersten Einschätzung vom Dienstag ordnete Castle die Geschäftsziele im Mittelfeld der Markterwartungen ein. Aus seiner Sicht dürfte das die Anleger beruhigen. Die Einstufung der Schweizer Großbank lautet weiterhin "Buy".
Am 3. November 2026 um 13:08 Uhr notierte die Lufthansa-Aktie auf Tradegate BSX bei 7,716 Euro, ein Plus von 3,43 Prozent. Zum unveränderten UBS-Kursziel ergibt sich dem Bericht zufolge ein Aufwärtspotenzial von 29,33 Prozent.
Engere Gewinnspanne für das Gesamtjahr
Für 2026 erwartet die Lufthansa Group nun ein bereinigtes operatives Ergebnis (Adjusted EBIT) zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Bisher hatte die Obergrenze bei 2,2 Milliarden Euro gelegen; die Untergrenze bleibt unverändert. Der Konzern begründet die Eingrenzung mit dem fortgeschrittenen Jahresverlauf und erneut höheren Treibstoffpreisen.
Die erwarteten Treibstoffkosten für das Gesamtjahr steigen auf 9,3 Milliarden Euro. Laut Finanzvorstand Till Streichert sind die Passagier-Airlines für 2026 zu rund 86 Prozent gegen Treibstoffpreisschwankungen abgesichert, für 2027 zu mehr als 60 Prozent.
Rekordumsatz und Gewinne über den Erwartungen
Von Juli bis September erzielte die Lufthansa Group nach eigenen Angaben 12,2 Milliarden Euro Umsatz. Mit einem Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr war dies das umsatzstärkste Quartal ihrer Geschichte. Obwohl die Treibstoffkosten im Jahresvergleich um 543 Millionen Euro zunahmen, erhöhte sich das Adjusted EBIT um sechs Prozent auf gerundet 1,4 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn legte um rund 30 Prozent auf gerundet 1,3 Milliarden Euro zu.
Die von finanzen.net unter Berufung auf Dow Jones genannten, genauer ausgewiesenen Ergebniszahlen lagen über dem Analystenkonsens: Beim bereinigten EBIT standen 1,41 Milliarden Euro einer Erwartung von 1,37 Milliarden Euro gegenüber. Der Nettogewinn erreichte 1,26 Milliarden Euro statt der erwarteten 1,07 Milliarden Euro.
Kernmarke schwächer, Cargo und Technik mit Zuwächsen
Innerhalb des Konzerns fiel die Entwicklung unterschiedlich aus. Bei den Netzwerk-Airlines sank das bereinigte operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahresquartal um 108 Millionen auf 853 Millionen Euro. SWISS, Austrian Airlines und Brussels Airlines verbesserten ihre Ergebnisse, während Lufthansa Airlines zurückblieb: Die Kernmarke erzielte 300 Millionen Euro nach 454 Millionen Euro im Vorjahr. Zusätzlich zum teureren Treibstoff fielen laut Konzern rund 65 Millionen Euro an Belastungen aus den Streiks des ersten Halbjahres an.
Bei Eurowings lag das Angebot um 3,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Wegen der Krise im Nahen Osten hatte die Airline Flüge in die Golfregion zunächst ausgesetzt und anschließend durch kürzere Verbindungen vor allem nach Südeuropa ersetzt. Die Stückerlöse erhöhten sich um 10,0 Prozent. Für das Geschäftsfeld Punkt-zu-Punkt-Airlines stieg das Adjusted EBIT um 16 Millionen auf 214 Millionen Euro.
Lufthansa Cargo verdreifachte den bereinigten operativen Gewinn von 49 Millionen auf 162 Millionen Euro. Die zugehörige Marge erreichte 15,6 Prozent gegenüber 6,0 Prozent ein Jahr zuvor. Lufthansa Technik kam auf ein Adjusted EBIT von 200 Millionen Euro, nach 130 Millionen Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg um 54 Prozent. Die Marge verbesserte sich um 1,9 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent.
Weniger Schulden und höhere Liquidität
Zum 30. September 2026 belief sich die Netto-Kreditverschuldung einschließlich der Netto-Pensionsverpflichtungen auf 7,3 Milliarden Euro. Ende 2025 waren es noch 8,3 Milliarden Euro gewesen. Zugleich verfügte die Lufthansa Group Ende September über 11,8 Milliarden Euro Liquidität und damit über mehr als zum vergangenen Jahresende.







