Welche Kosten beim Handel und bei der Auslieferung anfallen
Für EUWAX Gold II berechnet der Emittent nach eigenen Angaben weder laufende Verwahr- noch Verwaltungs- oder Versicherungskosten. Auch die erste Auslieferung innerhalb Deutschlands ist kostenfrei, sofern sie 100 Gramm Gold oder ein ganzzahliges Vielfaches davon umfasst.
Seine Einnahmen erzielt der Emittent stattdessen über den Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Nach einem Vergleich von finanzen.net vom 1. Juli 2026 liegt diese Spanne bei etwa 0,4 bis 0,5 Prozent. Xetra-Gold und der Invesco Physical Gold ETC kommen häufig mit wenigen Hundertstel Prozentpunkten aus. Bei Xetra-Gold fallen allerdings separate Lagerkosten von rund 0,36 Prozent jährlich an, die in der Gesamtkostenquote nicht enthalten sind.
Physische Deckung und rechtliche Struktur
Rechtlich handelt es sich bei EUWAX Gold II um eine Inhaberschuldverschreibung nach deutschem Recht. Emittentin ist die in Deutschland ansässige Boerse Stuttgart Commodities GmbH. Das Produkt trägt die WKN EWG2LD und die ISIN DE000EWG2LD7.
Laut Factsheet vom Oktober 2026 ist der ETC zu 100 Prozent physisch mit Gold gedeckt; als Verwahrstelle fungiert Brinks Global Services Ltd. Als Basiswert sind 100 Gramm Gold mit einem Bezugsverhältnis von 100:1 angegeben. Die kleinste handelbare Einheit entspricht einem Gramm. Gehandelt wird das Produkt im Freiverkehr der Börse Stuttgart, eine Vertriebszulassung besteht für Deutschland, Österreich und Luxemburg.
Wertentwicklung des ETC und Rückgang vom Goldrekord
Für 2025 weist das Factsheet bei EUWAX Gold II einen Wertzuwachs von 46,02 Prozent und einen Preis von 120,21 Euro aus. Gold verteuerte sich im selben Jahr in Euro gerechnet um 46,33 Prozent auf 3.670,37 Euro je Feinunze. Im Jahr 2024 hatte der ETC 34,58 Prozent zugelegt.
Der in US-Dollar gemessene Goldpreis markierte am 28. Januar 2026 mit 5.589,38 US-Dollar je Feinunze einen Höchststand. Gegenüber Anfang 2025 entsprach das einem Anstieg um rund 113 Prozent, wie cash-online.de berichtet.
Bis September lag der Preis wieder deutlich darunter: Für den 21. September 2026 nennt der Bericht je nach Datenquelle etwa 4.350 bis 4.490 US-Dollar und damit einen Abstand von rund 20 Prozent zum Rekord. Der LBMA-Referenzpreis hatte am 14. September bei 4.267,10 US-Dollar gelegen. In der von cash-online.de angeführten LBMA-Umfrage unter 16 Analysten belief sich die durchschnittliche Prognose für das Jahresende auf rund 4.500 US-Dollar.
Notenbanken bauten ihre Goldbestände aus
Nach Angaben des World Gold Council summierten sich die Nettokäufe der Notenbanken im zweiten Quartal 2026 auf 289 Tonnen. Damit übertrafen sie das Vorjahresquartal um 62 Prozent und erreichten einen Rekord für ein zweites Quartal. Für das gesamte Jahr erwartete der Verband Nettokäufe zwischen 700 und 900 Tonnen, berichtete cash-online.de am 21. September 2026.
In einer begleitenden Befragung rechneten 89 Prozent der teilnehmenden Notenbanken mit einem künftigen Anstieg der weltweiten Goldreserven. Den Ausbau ihrer eigenen Bestände planten 45 Prozent.
Krisenbedingte Kursanstiege hielten nicht immer an
Der historische Rückblick von cash-online.de zeigt zugleich, dass überraschende geopolitische Eskalationen den Goldpreis oft nur vorübergehend bewegen. In den zwei Wochen nach der irakischen Invasion Kuwaits im August 1990 gewann Gold rund zehn Prozent. Zum Auftakt des Golfkriegs im Januar 1991 verlor es dagegen an einem Tag rund fünf Prozent.
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 verteuerte sich Gold innerhalb weniger Wochen um 15 Prozent auf etwa 2.070 US-Dollar. Anschließend führten steigende Zinsen und ein stärkerer Dollar zu einem Kursrückgang um 18 Prozent.







