Befesa erhöht EBITDA-Prognose für 2026 auf 286 bis 296 Millionen Euro

lake-0922d5b2-c752-4669-982d-bc665154bafb-0.webp

Ein besser als erwartetes drittes Quartal und eine erwartete US-Steuergutschrift von rund 26 Millionen Euro veranlassen Befesa, das Jahresziel anzuheben. Höhere Zinkpreise und die Erholung im Sekundäraluminiumgeschäft stützten die Entwicklung des Industrie-Recyclers. Die Aktie legte am 28. Oktober…

Höhere Erwartungen für Ergebnis und Verschuldungsquote

Befesa rechnet für 2026 nun mit einem bereinigten EBITDA von 286 bis 296 Millionen Euro. In dieser Prognose ist die erwartete US-Steuergutschrift bereits berücksichtigt.

Mit der Gutschrift erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr ein Ergebnis je Aktie von mehr als 2,90 Euro und zum Jahresende eine Netto-Verschuldungsquote von rund dem 1,8-Fachen. Ohne diesen Beitrag lägen die Erwartungen bei mehr als 2,20 Euro je Aktie und etwa dem 2,0-Fachen. Für Investitionen plant Befesa unverändert rund 70 Millionen Euro ein.

Aluminiumgeschäft erholt sich deutlich

Im dritten Quartal erhöhte Befesa den Umsatz auf knapp 312 Millionen Euro und den Gewinn auf 23 Millionen Euro. Dazu trugen gestiegene Zinkpreise und die Erholung im Sekundäraluminiumgeschäft bei. Nach der Quartalsmitteilung des Unternehmens erreichte das bereinigte EBITDA 68 Millionen Euro, nach 62 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Plus von 10 %. Die zugehörige Marge verbesserte sich von 21 % auf 22 %.

Über die ersten neun Monate summierte sich das bereinigte EBITDA auf 192 Millionen Euro. Gegenüber den 174 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums war das ebenfalls ein Zuwachs von 10 %. Besonders deutlich erholte sich das Aluminium-Segment: Sein EBITDA stieg um 52 % von 23 auf 34 Millionen Euro. Im Segment Steel Dust blieb der Umsatz mit 591 Millionen Euro nahezu stabil, während das bereinigte EBITDA um 2 % auf 158 Millionen Euro zunahm. Die Marge lag dort bei 27 %.

Die Netto-Verschuldungsquote sank bis September 2026 auf das 2,16-Fache; im September 2025 hatte sie noch das 2,59-Fache betragen. S&P hob Befesas Bonitätsbewertung im September 2026 auf BB+ an.

Am deutschen Standort Bernburg wurde der Bau der Erweiterung im September 2026 fertiggestellt. Auch die Kalt- und Heißinbetriebnahme sind abgeschlossen. Im vierten Quartal 2026 läuft der Hochlauf.

Was hinter der US-Steuergutschrift steht

Die am 28. Oktober 2026 in die Prognose aufgenommene Förderung ist ein Advanced Manufacturing Production Credit nach Section 45X des US Internal Revenue Code aus dem Inflation Reduction Act. Sie betrifft die Herstellung von hochreinem Zink der Qualität Special High Grade in Befesas Raffinerie in Mooresboro, North Carolina. Die Gutschrift entspricht 10 % der förderfähigen Raffinierungs- beziehungsweise Verarbeitungskosten.

Davon zu unterscheiden ist ein Antrag für das Geschäftsjahr 2025, den Befesa im Oktober 2026 bei der US-Steuerbehörde IRS eingereicht hat. Er beläuft sich auf rund 34 Millionen US-Dollar, entsprechend etwa 30 Millionen Euro bei einem Wechselkurs von 1,12 US-Dollar je Euro. Befesa behandelt diesen Betrag als Einmaleffekt für 2025; das bereinigte EBITDA 2026 bleibt davon unberührt. Den Mittelzufluss erwartet das Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2027.

Befesa geht davon aus, die Gutschrift für die Geschäftsjahre 2026 bis 2033 wiederholt nutzen zu können, sofern die Förderfähigkeit bestehen bleibt und sich der Regelrahmen nicht ändert. Das Unternehmen erwartet einen jährlichen Beitrag von 25 bis 30 Millionen Euro. Vorgesehen ist allerdings eine stufenweise Absenkung: 2031 auf 75 %, 2032 auf 50 % und 2033 auf 25 % der ansonsten geltenden Gutschrift. Laufende Investitionen sind keine Voraussetzung für die Förderfähigkeit.

Aktie erreicht Dreiwochenhoch

Nach der Prognoseanhebung kletterte die Befesa-Aktie am 28. Oktober 2026 in der Spitze auf 36,40 Euro. Mit einem zeitweisen Plus von 9,5 % erreichte sie den höchsten Kurs seit drei Wochen und führte vorübergehend den SDAX an.

Jefferies und Morgan Stanley sahen den Mittelpunkt der neuen Prognosespanne über der Markterwartung. Jefferies blieb bei der Einstufung "Buy" und einem Kursziel von 44 Euro.

← Zurück zu Unternehmen

Weitere Meldungen