ZDF-Dokumentation beleuchtet Europas Rohstoffabhängigkeit bei Kupfer und Seltenen Erden

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Für Rechenzentren braucht Europa Kupfer und Seltene Erden, doch die eigene Förderung und Verarbeitung reichen nicht aus. Die ZDF-Dokumentation "Kampf um Rohstoffe - Kupfer, Seltene Erden und der Hunger der KI" untersucht die Folgen dieser Abhängigkeit und mögliche Wege zu einer sichereren Versorgun…

Wie viel Kupfer Rechenzentren benötigen

Samira Najafian und Stefan Ebling gehen für die Reihe "planet e" der Frage nach, wie Europa seine Versorgung mit den für künstliche Intelligenz benötigten Rohstoffen sichern kann. Dafür sprechen sie mit Politikern, Unternehmern, Fachleuten und Menschen, die mit den Folgen des Bergbaus leben. Der Film ist bis zum 29. Oktober 2031 in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Eine Schätzung des Bergbaukonzerns BHP verdeutlicht die Größenordnung des Kupferbedarfs: Rechenzentren weltweit könnten 2050 jährlich etwa drei Millionen Tonnen verbrauchen, sechsmal so viel wie die bisher rund eine halbe Million Tonnen pro Jahr. Die für 2050 geschätzte Menge entspricht ungefähr der gemeinsamen Jahresproduktion der vier größten Kupferminen der Welt.

BHP verweist außerdem auf eine Untersuchung eines Microsoft-Rechenzentrums in Chicago. Für die Anlage mit einem Bauvolumen von 500 Millionen US-Dollar wurden demnach 2.177 Tonnen Kupfer eingesetzt. Auf jedes Megawatt installierter Leistung entfielen damit rund 27 Tonnen Kupfer.

Kupferförderung zwischen Peru und Finnland

Die Dokumentation verfolgt die Kupferversorgung bis in die peruanischen Anden. Dort wird das Metall in großem Umfang abgebaut und unter anderem nach Deutschland geliefert. Menschen, die zwischen der Antamina-Mine und der Hafenstadt Puerto Huarmey leben, schildern, wie der Bergbau ihre Gesundheit, das Trinkwasser und die Luft beeinflusst und welche Folgen sie für die Zukunft ihrer Region sehen.

In Finnland richtet der Film den Blick auf Möglichkeiten, mehr Förderung und Verarbeitung in Europa anzusiedeln. Die Kevitsa-Mine und die Kupferhütte in Harjavalta stehen dabei für den Versuch, mit moderneren, umweltschonenderen Verfahren mehr Wertschöpfung vor Ort zu halten. Zugleich zeigt die Dokumentation die damit verbundenen Herausforderungen.

Kevitsa liegt in Sodankylä in Nordfinnland. Nach Angaben des Betreibers Boliden nahm der Multimetall-Tagebau 2012 den Betrieb auf; 2016 übernahm ihn die Gruppe. Im Jahr 2025 verarbeitete die Mine rund 10,2 Millionen Tonnen Erz. Sie erzeugt vor allem Nickel- und Kupferkonzentrate, die außerdem Kobalt, Platin, Palladium und Gold enthalten. Zur Weiterverarbeitung werden die Konzentrate an die konzerneigenen Hütten in Harjavalta und Rönnskär geliefert.

Chinas Einfluss reicht bis zur Verarbeitung

Bei Seltenen Erden beruht Chinas beherrschende Stellung nicht allein auf den Rohstoffen, sondern auch auf dem Wissen um ihre komplexe Verarbeitung. Darin sieht die Dokumentation einen wesentlichen Einflussfaktor für globale Lieferketten. Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigen das Ausmaß: 2024 entfielen rund 91 % der weltweiten Separation und Raffinierung Seltener Erden auf China. Bei gesinterten Permanentmagneten wuchs der chinesische Produktionsanteil innerhalb von zwei Jahrzehnten von etwa 50 % auf inzwischen 94 %.

Die Folgen dieser Konzentration wurden laut IEA nach dem 4. April 2025 sichtbar. An diesem Tag führte China Exportkontrollen für sieben schwere Seltene Erden und sämtliche zugehörigen Verbindungen, Metalle und Magnete ein. Im April und Mai gingen die Exportmengen stark zurück. Viele Autohersteller in den USA, Europa und weiteren Regionen konnten keine Permanentmagnete mehr beschaffen und mussten ihre Produktion drosseln oder Werke vorübergehend stilllegen.

Am 9. Oktober 2025 erweiterte China die Kontrollen um Holmium, Erbium, Thulium, Europium und Ytterbium sowie zugehörige Produkte, Ausrüstung und Technologien. Nach Angaben der IEA traten diese Maßnahmen am 8. November 2025 in Kraft. Ab dem 1. Dezember 2025 sollten sie auch Produkte erfassen, die außerhalb Chinas mit chinesischen Ausgangsmaterialien oder chinesischer Technologie hergestellt wurden.

Welche Ziele und Projekte die EU verfolgt

Die EU will ihre Rohstoffversorgung mit dem Critical Raw Materials Act (CRMA) breiter aufstellen. Die Verordnung über kritische Rohstoffe trat am 23. Mai 2024 in Kraft. Sie enthält vier rechtlich nicht bindende Zielmarken für 2030: Mindestens 10 % des jährlichen EU-Verbrauchs strategischer Rohstoffe sollen durch Förderung in der EU gedeckt werden, mindestens 40 % durch Verarbeitung in der EU und mindestens 25 % durch Recycling. Zugleich soll kein einzelnes Drittland mehr als 65 % des Verbrauchs eines strategischen Rohstoffs liefern.

Im Rahmen des CRMA wurden 2025 in einer ersten Auswahlrunde 60 strategische Rohstoffprojekte benannt. Nach Angaben des Rates der EU liegen 47 davon in 13 EU-Mitgliedstaaten und weitere 13 in Partnerländern. Zusammen erfassen sie 14 der 17 strategischen Rohstoffe.

Zur Diversifizierung der Versorgung hatte die EU nach eigenen Angaben bis Anfang 2026 zudem strategische Partnerschaften mit 16 Ländern geschlossen: Argentinien, Australien, Kanada, Chile, der Demokratischen Republik Kongo, Grönland, Kasachstan, Namibia, Norwegen, Ruanda, Serbien, Südafrika, der Ukraine, den USA, Usbekistan und Sambia.

Am 4. März 2026 legte der Rat der EU seine Position zu geplanten Änderungen des CRMA fest. Die Vorschläge sollen die Versorgungssicherheit und die Kreislaufwirtschaft stärken, insbesondere bei der Nutzung von Permanentmagneten in strategischen Bereichen wie der Automobilindustrie, künstlicher Intelligenz und Verteidigung. Grundlage ist der RESourceEU-Aktionsplan, den die EU-Kommission im Dezember 2025 vorgelegt hatte.

#Europäische Union#Künstliche Intelligenz#China
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