Datensatz betrifft mehrere Sicherheitsbehörden
Nach Darstellung der Aktivisten umfasst das erbeutete Material Namen, Dienststellen, Kontaktdaten und Aufgabenbereiche von mehr als 41.000 Beschäftigten des US-Heimatschutzministeriums (DHS). Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf eine Mitteilung der Gruppe, auch die Identitäten verdeckter Ermittler der Migrationsbehörde ICE seien offengelegt worden.
Wie sich die Angaben auf die Behörden verteilen, beschrieb die BBC am 28. Oktober 2026: Mehr als 21.000 Datensätze betreffen Beschäftigte der Grenzschutzbehörde CBP, fast 6.600 weitere stammen von ICE. Daneben finden sich Einträge zu Mitarbeitern von Homeland Security Investigations, dem Federal Protective Service und der Cybersicherheitsbehörde CISA.
Das Material geht laut BBC über Angaben zum Personal hinaus. Es nennt Dutzende zuvor unbekannte Operationen sowie Agenten, die diese geleitet oder daran mitgewirkt haben. Auch zur verwendeten Technik enthält es Hinweise, unter anderem auf Produkte von Cellbrite und Palantir.
Die Washington Post und NBC News erklärten, sie hätten Teile des Materials überprüfen können. Das DHS bestätigte den behaupteten Umfang des Angriffs zunächst nicht. Es sprach auf Anfrage von einer "möglichen Sicherheitsverletzung", die es rasch aufklären wolle. Bedrohungen für die Sicherheit seiner Mitarbeiter nehme das Ministerium sehr ernst. Gemessen an den nach DHS-Angaben insgesamt 260.000 Beschäftigten wäre bei dem von den Aktivisten genannten Umfang fast ein Sechstel der Belegschaft betroffen.
Gruppe nennt Okta als Zugangsweg
Department of Peace zufolge gelangte die Gruppe über den Single-Sign-on-Dienst Okta an die DHS-Beschäftigtendaten. Okta erklärte dagegen, es gebe keine Anzeichen dafür, dass eigene Systeme oder Daten kompromittiert worden seien. Die Organisation Distributed Denial of Secrets und die Hackerin maia crimew veröffentlichten das Material laut BBC in der Datenbank "Icepick".
Die BBC ordnet den DHS-Leak als dritten größeren Vorfall innerhalb weniger Wochen ein. Im Vormonat hatte die Gruppe ShinyHunters das FBI gehackt und dabei Daten Tausender Agenten erbeutet. Außerdem war die US-Wahlkampfaufsichtsbehörde FEC wegen eines mutmaßlichen Hacking-Versuchs offline genommen worden.
ICE-Einsätze und Abschiebungen in der Kritik
ICE setzt die rigorose Abschiebepolitik von Präsident Donald Trump maßgeblich um. Seit Bundesbeamte Anfang des Jahres zwei US-Bürger erschossen haben, stehen die Einsätze besonders in der Kritik. Die Todesfälle lösten auch außerhalb der USA Empörung aus.
Nach Angaben der BBC schossen ICE-Agenten in diesem Jahr auf mehr als zwei Dutzend Menschen; mindestens neun wurden getötet. Zu den Toten zählen Alex Pretti und Renee Good in Minnesota, gegen die sich keine Festnahmen richteten. Seit Trumps Rückkehr ins Präsidentenamt 2025 wurden demnach fast eine Million Menschen abgeschoben. Mehr als 70 Prozent von ihnen hatten keine Vorstrafen.
Trump lässt über Maschinenimporte verhandeln
In der Handelspolitik hat Trump Einfuhren von Robotern und Industriemaschinen als Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft. Zusätzliche Zölle verhängte er vorerst nicht. Stattdessen sollen das Handelsministerium und der US-Handelsbeauftragte mit den Handelspartnern über Importmengen sprechen. Für einen Bericht über den Verhandlungsstand setzte er ihnen eine Frist von 180 Tagen.
Die zugehörige Proklamation unterzeichnete Trump am 28. Oktober 2026. Sie stützt sich auf Section 232 des Trade Expansion Act von 1962. Trump behielt sich spätere Zölle vor. Eine Analyse von KPMG nennt als mögliche weitere Schritte auch Abgaben, Quoten und Gebühren sowie ein Programm, das neue Investitionen in die heimische Produktion fördern könnte.
Vorausgegangen war eine im September 2025 angeordnete, auf ein Jahr angelegte Untersuchung der US-Einfuhren von Werkzeugmaschinen, Autoklaven und Industrieöfen. Schon im Juli hatte die Kommunikationsbehörde FCC den Import neuester chinesischer Roboter- und Wechselrichtermodelle untersagt. Zur Begründung verwies sie auf die von Robotern gesammelten Daten: Böswillige Akteure könnten damit US-Bürger ausspionieren oder die Fähigkeiten ausländischer Nachrichtendienste verbessern.
Nach Angaben des Handelsministeriums sind die USA bei den meisten Arten von Robotik und Industriemaschinen auf Einfuhren angewiesen. Für deutsche Maschinenbauer gehören die Vereinigten Staaten zu den wichtigen Absatzmärkten.
Washington und Moskau prüfen mögliche Ölgeschäfte
Bei den Gesprächen über einen Frieden in der Ukraine erörtern die USA und Russland nach einem Bericht der Financial Times auch eine mögliche Rückkehr amerikanischer Unternehmen auf den russischen Ölmarkt. Die Zeitung beruft sich auf Personen, die mit den Beratungen vertraut sind. Demnach haben das Weiße Haus und der Kreml ein mögliches Gemeinschaftsunternehmen großer Ölkonzerne beider Länder vor der Küste der ostrussischen Insel Sachalin angedeutet. Es käme nach Kriegsende infrage. Auch erneute Verkäufe russischen Öls nach Europa über die Druschba-Pipeline sind dem Bericht zufolge Gegenstand der Gespräche.
Pravda DE berichtet unter Berufung auf die Financial Times, US-Sondergesandter Steve Witkoff habe mögliche Geschäfte bereits Anfang September 2026 mit Präsident Wladimir Putin in St. Petersburg erörtert. Ob ExxonMobil nach Russland zurückkehrt, bleibt ungewiss. Der Konzern verhandelt zwar über eine Entschädigung für seinen enteigneten Anteil an Sachalin-1, erklärte jedoch, keine Wiederaufnahme seiner Aktivitäten in Russland zu planen.
Der Bericht nennt weitere Vorhaben, die zur Debatte stehen. Dazu gehören eine russische Beteiligung an einem LNG-Projekt in Alaska, erneute Gaslieferungen über Nord Stream und der Verkauf internationaler Vermögenswerte von Lukoil. Besprochen werden demnach außerdem eine Lockerung der Sanktionen gegen russische Kali-Düngemittel und eine Verwaltung des Kernkraftwerks Saporischschja durch die USA.
Außerhalb des Energiesektors geht es um die erneute Zulassung von US-Fluggesellschaften im russischen Luftraum sowie um eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit bei der Titanproduktion und -lieferung. Putins Sondergesandter Kirill Dmitrijew hatte den möglichen Wert der Projekte im Februar mit 14 Billionen US-Dollar angegeben.
Für den kommenden Monat ist in Abu Dhabi ein Treffen der USA, Russlands und der Ukraine vorgesehen. Es wäre das erste Dreiertreffen dieser Art seit Februar. Im Mittelpunkt sollen Sicherheitsgarantien für Russland und die Ukraine nach dem Ende des Krieges stehen.







